Die Geschichte der Osterburg

Die Osterburg entstand von 1163 bis 1193 vermutlich unter Einbeziehung alter slawischer Wallanlagen aus der Zeit der ersten Besiedlung der Gegend nach der Völkerwanderung. Von den ursprünglichen Gebäuden der im romanischen Baustil errichteten Osterburg existiert heute nur noch der gewaltige Bergfried mit seinen 54 Metern Höhe und 5,70 Metern Mauerstärke im unteren Bereich sowie Teile der Befestigungsmauern.
Das Baumaterial, Kulmschiefer und Buntsandstein, wurde in nahen Steinbrüchen gewonnen. Auch der vor Ort gebrochene Schiefer und Grauwacke gehörten zu den Baumaterialien der Burg. Die gezielt ausgewählten Abbaustellen vor Ort wurden, nachdem eine äußere Befestigungsmauer errichtet wurde, als Verteidigungsgräben genutzt. Über die ursprüngliche Bebauung gibt es keine Unterlagen mehr.
Es sollen überlieferte Dokumente existiert haben, die aber im Zweiten Weltkrieg durch Brand verloren gingen.
Der Burgturm besteht aus zwei säulenartigen Baustufen mit Zinnenkränzen und einem achtseitigen Pyramidenaufbau. Die ursprünglich aus Holz gefertigte Spitze über dem obersten Ausstieg wurde nach dem Aufkommen von Brandpfeilschleudern durch Steine ersetzt. Historisch überlieferte Höhenmessungen des Turmes schwanken zwischen 72 und 65 Metern. Sie sind ebenso falsch wie die erste trigonometrische Messung aus dem Jahre 1818 als der erste Blitzableiter angebracht wurde. Letztere Messung ergab 197,8 Fuß, ohne Angabe darüber, ob es sich um preußischen oder weimarischen Maßstab handelte.
Während der Gründerzeit der Burg gelangte man nur über ein Leitersystem und durch Deckenluken innerhalb des Turmes nach oben. Das Turminnere hatte ein Burgverlies, diente weiterhin der Bevorratung mit Lebensmitteln und als letzte Zuflucht für die Bewohner bei feindlichen Angriffen.
Später wurde am Fuß der unteren Turmsäule ein Dunkelge-fängnis eingerichtet, das sogenannte "Hundeloch" oder "Thumsen". Die steinernen Treppen zu den Zinnenkränzen wurden in die Grundmauern des Turmes eingearbeitet. Das Holksche Reiterregiment eroberte am 09. August 1633 Weida und setzte Stadt und Burg in Brand. Nach einer notdürftigen Ausbesserung des Schlosses in den Jahren 1653/54 wurde die Burg zwischen 1667/ 1668 durch Herzog Moritz von Zeitz wieder vollständig aufgebaut.
Das untere Tor wurde errichtet. In diese Zeit fiel auch der Bau einer einzigartigen Wendeltreppe für einen später abgerissenen Treppenturm am Nordostflügel des Schlosses. Das Hauptgebäude entstand zunächst in zwei Gebäudeteilen rechts und links neben dem Eingangstor.
Der Wiederaufbau erfolgte unter Einbeziehung alter Architektur-reste im Stil der Renaissance und des Barock. 1710 wurde das Röhrensystem für die Wasserversorgung der Burg erneuert. Zusätzlich existierte seit 1675 ein Ziehbrunnen von 74 Ellen Tiefe, der die Versorgung mit Wasser auch in kriegerischen Zeiten absichern sollte. Um 1717 entstand am unteren Tor das Wachgebäude.
Die ursprünglichen Wehranlagen vom Eingang bis zum Turm sind heute nicht mehr sichtbar, da seit Mitte des 16. Jahrhunderts die Wehrhaftigkeit der Burg seiner Nutzbarkeit gewichen war.
Inwieweit Verbindungen des Innenraumes nach außen bestanden haben ist durch spätere Baumaßnahmen am Turm nicht mehr nachvollziehbar, gilt aber als wahrscheinlich.
In früheren historischen Schriften wird eine Schlupfpforte im Bereich des oberen Einstiegs erwähnt, welche Verbindung zu einem seitlich an den Turm heranreichenden Verteidigungsgang gehabt haben soll. In der Epoche der Spätgotik wurden Teile des Schlosses umgebaut.
1363 wurde erstmals eine Schlosskapelle urkundlich erwähnt. Um 1520 wurde die Wasserversorgung der Burg durch ein Hohlröhrensystem entscheidend verbessert. Bis dahin wurde das Wasser mit Eseln auf die Burg geschafft. 1537 begannen die Wettiner mit dem Neubau des Schlosses. In der Zeit des Schmalkaldischen Krieges nach der Reformation wurde die Osterburg 1545 in einen kriegsmäßigen Zustand gebracht und stark befestigt.
Im 15. und 16. Jahrhundert entstand, anstelle der hölzernen Palisadenmauer aus dem 12. und 13. Jahrhundert, die steinerne Stadtbefestigung mit vier Toren. Man integrierte die äußeren Befestigungsmauern der Osterburg direkt in die Stadtmauer. Nach dem Mitte des 16. Jahrhunderts das Gebäude neben dem Turm durch Brand beschädigt wurde, fielen am 9. August 1633 während des Dreißigjährigen Krieges, alle übrigen Gebäude der Burg dem Feuer zum Opfer.
Die Verteidigungsgräben unterzog man mehr und mehr einer gärtnerischen Nutzung. Die Lücke zwischen den beiden Hauptgebäuden wurde 1785 durch einen Verbindungsbau geschlossen und der Bergfried erhielt einen Treppenanbau.
Innerhalb des Schlosses und der Wirtschaftsgebäude erfolgten ständig Um- und Ausbauten. Die regierenden Herzöge von Sachsen-Zeitz ließen die Burg nach ihren Vorstellungen herrichten. Ein erhaltenes Schriftstück ("Inventarium") von 1675 verdeutlicht Einzelheiten des Aus- und Umbaus. Unter anderem zog man im Alten Schloß eine Zwischendecke ein, es entstanden Wohnräume.
Erwähnung findet auch der Ziehbrunnen mit eisenbeschlagenen Eimern an einer 74 Ellen langen eisernen Kette. 1850 erhielt das Neue Schloß einen Treppenanbau. Dort richtete man später das Amtsgericht ein.
Um 1893 wurde erstmalig die "Gaststätte zum Schlosskeller" im Wachgebäude erwähnt. 1930 verlegte der Ortsgeschichtliche Verein das Museum auf die Osterburg. Im Alten Schloß und im Remisenflügel entstanden Ausstellungsräume.
 

Alte Bilder und Fotos von der Osterburg

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